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SCHMERZ!

Dort, wo in der Medizin starke Schmerzen beim Patienten zu erwarten sind, sollte der, für den Umgang mit Schmerzen geschulte, Psychologe hinzugezogen werden.

  • Psychologische Schmerzinterventionen

und

  • Schmerzpsychotherapie

- haben ihren Platz sowohl in der Behandlung bei

  • Akut-Schmerzen,
  • chronischen Schmerzen
  • der Schmerzerkrankung

an sich.

Akuter Schmerz ist ein natürliches Signal, das uns zumeist darauf hinweist, dass etwas mit uns nicht in Ordnung ist. Fast jeder Mensch kennt Schmerz, der uns antreibt nach Abhilfe zu suchen. Sehr wenige Menschen sind krankheitsbedingt nicht in der Lage Schmerzen zu empfinden; diese Menschen erkranken schnell, benötigen dringend stetige ärztliche Kontrolle und sterben oft recht früh. Schmerz empfinden wir als quälend und wollen ihn möglichst schnell wieder loswerden. Hier hilft die Medizin durch Behandlung der Grunderkrankung und durch den Schmerz beeinflussende Maßnahmen zumeist weiter.

Doch was ist, wenn der Schmerz nicht mehr aufhören will, oder immer wieder neu auftritt, einen regelrecht ins Schwitzen bringt? Der Schmerz wird zu einem fort-dauernden Stress der zu Hilflosigkeit beim Betroffenen und auch bei den be-handelnden Ärzten führt. Die Maßnahmen, die eigentlich helfen sollten, werden schließlich selber "schmerzhafter". Der Blick in die Zukunft des Schmerzgeplagten wird trübe; seine Perspektive scheint hoffnungslos zu sein; er erlebt sich zunehmend in Abhängigkeiten von anderen und von seinen Behandlungen. Seine eigene Hilflosigkeit, sich selbst "gebrandmarkt" fühlend, hilflos dem Schmerz und der Gesellschaft gegenüber, von der man sonst selber ein Teil war. Der Betroffene erlebt sich schließlich außerhalb der ihn sonst einbindenden Gesellschaft. Bald schmerzt vielleicht nur noch "Alles". Aus dem vom akuten Schmerz betroffenen ist jetzt ein Schmerzkranker geworden.

Anhaltender Schmerz, der auch durch Behandlungen nicht grundlegend beseitigt werden kann, wird "chronischer Schmerz" genannt. Hier kann das Schmerzproblem, unabhängig von der Grunderkrankung, zu einer eigenständigen Schmerzerkrankung werden die den gesamten Lebens- und Erlebnisbereich des Menschen umfasst. Als chronisch gilt ein Schmerz, wenn er, trotz ausreichender Behandlung, mehr als sechs Monate lang, fortbesteht und dann noch weiterhin als quälend erlebt wird. Darauf haben sich die Experten geeinigt. Doch längst nicht jeder der, gemessen an dem Zeitfaktor, chronische Schmerzen hat leidet auch wirklich in dem vorgenannten Masse darunter.

Häufige Schmerzen werden von etwa einem Drittel bis zur Hälfte der deutschen Bevölkerung angegeben. Starke Beeinträchtigungen erleben dabei wiederum ein Drittel der schmerzgeplagten Bevölkerung. Schließlich sind es, aufgrund der Einschätzungen von aktuellen wissenschaftlichen Studien, 7 -10 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen, welche unter einem moderaten bis starken chronischen Schmerz leiden,- der sich dann auch auf den Alltags,- Freizeit,- und Arbeitsbereich auswirkt. Wieviele von diesen Menschen so stark schmerzerkrankt sind, dass sie auch einer speziellen Schmerzbehandlung bedürfen ist derzeit nicht klar anzugeben. Grobe Schätzungen gehen von ca. 1/2 Millionen Menschen aus die im Wesentlichen schwer schmerzerkrankt sind. Ein großer Teil davon wird oft als "therapieresistent" eingeschätzt. Dennoch ist auch hier Hilfe möglich. Eine integrative,- mit an der Behandlung des Einzelnen beteiligten Berufsgruppen,- ausgelegte Behandlung, somit einem multiproffessionellen Team, wäre hier, nicht nur von wissenschaftlicher Seite, wünschenswert. Doch stehen dem in der alltäglichen ambulanten Praxis noch viele große Hürde gegenüber.

Schmerzen können aus unterschiedlichen körperlichen- und psychischen Gründen anhalten, selbst dann, wenn die ursprünglich zum Schmerz führende Erkrankung erfolgreich behandelt oder weitgehend bewältigt worden ist.

Chronische Schmerzen werden vom Hausarzt, Fachärzten (Internist, Orthopäde, Neurologe ...) und durch den, in der Schmerzbehandlung besonders geschulten, Arzt für spezielle Schmerztherapie und dem ebenso speziell ausgebildeten psycho-logischen Schmerzpsychotherapeuten behandelt. Unabdingbar gehören in ein solches "Behandlungsteam" auch noch die Krankengymnasten, Ergotherapeuten und noch weitere Berufsgruppen hinzu; im stationären Bereich sind das Krankenpflegepersonal und insbesondere speziell weitergebildete Krankenpfleger/innen, wie die algesiologische Fachassistenz, zu nennen.

Der Stand der Wissenschaft fordert, dass bei allen anhaltenden Schmerzproblemen und bei Verdacht einer Chronifizierung, ein Psychologe (Psychotherapeut) in die Behandlung einbezogen werden soll, was auch immer öfter so geschieht. Denn Schmerz ist nicht körperlich oder psychisch, sondern immer beides. Dabei kann die Grunderkrankung mehr im körperlichen Bereich entstanden sein, dabei auch psychisch (mit-) verursacht sein. Besteht in der Hauptsache eine psychiche Beteiligung an der Entstehung der Erkranung so liegt hier eine Anhaltende Somatoforme Schmerzstörung vor.

Die psychologische Schmerztherapie beinhaltet umfassende diagnostische- und therapeutische Möglichkeiten, aus verschiedenen psychotherapeutischen Ansätzen. Das Bio-Psycho-Soziale Krankheitsmodell (Weiterentwicklung des verhaltensmedi-zinischen Modells) ist die Grundlage der Diagnostik und Therapie. Es entspricht dem aktuellen wissenschaftlichen Standard und erlaubt eine umfassende Betrachtung des am Schmerz leidenden Menschen. Das Schmerzproblem wird damit im gesamten Lebenszusammenhang gesehen.

Die Psychologie teilt das Schmerzerleben in zwei Hauptkomponenten ein:

  • Affektive Komponente (Gefühle und Schmerzangst)
  • Sensorische Komponente (Empfindung und Rhythmik)

Hinzu kommt das Verhalten des Schmerzbetroffenen. Auslösende Bedingungen und das Schmerzverhalten, auch als Reaktion auf den wahrgenommenen Schmerz selbst, unterliegen vielfältigen Einflüssen. Diese werden in einer psychologischen Therapie analysiert und zumeist nach verhaltenstherapeutischen Gesichtspunkten behandelt. Dabei werden auch die Reaktionen anderer Menschen auf das Schmerz-geschehen und mögliche Funktionen des Schmerzes in die Untersuchung und Behandlung mit einbezogen.Schmerz kann im sozialen Lebenszusammenhang so stark eingebunden sein, dass ein regelrechtes System entsteht, in welchem der Schmerzbetroffene und Mitmenschen aus seinem Familien-, Berufsleben und selbst behnelnde Ärzte und Therapeuten, in einen regelhaften Zusammenhang miteinander stehen und sich, stets wie gewohnt, in einem "Konsensus der Unstreitigkeit" verhalten. Dabei kann dem Schmerz eine Funktion zukommen, die z. B. Zuwendung erwarten lässt, oder manch unangenehme Situationen beenden hilft, oder die dafür sorgt, dass etwas Unangenehmes oder Belastendes vermieden wird (die Migräne hindert am (ohnehin nicht gewünschten) Theaterbesuch, andere übernehmen (unangenehme) Aufgaben etc.). Solche Funktionen sind den beteiligten Menschen in der Regel gar nicht bewusst; sie wissen nicht darum.

Auch hier ist eine sorgfältige Diagnostik durch einen Psychologen notwendig.

An Behandlungsmethoden und Ansatzpunkte kommen z. B. zur Anwendung:

Die Psychologische Schmerztherapie hat ihren Stellenwert in der Hauptsache beim chronischen Schmerzproblem, egal wo der Ursprungsschmerz lag und bei Schmerzen, für die eine organische Bedingung nicht, oder nur teilweise gefunden werden konnte, welche als "anhaltende somatoforme Schmerzstörung" bezeichnet werden; insbesondere auch dort wo psychische Aspekte bei der Entstehung des Schmerzproblems dominieren.

Doch selbst beim akuten (z. B. bei einem Unfall) und zu "erwartenden" Schmerzen (wie z. B. in der Zahnbehandlung, bei medizinischen Eingriffen oder in der Heilungsphase einer Erkrankung), oder dort, wo selbst starke Medikamente versagen, können psychologische Interventionen hilfreich sein. Z. B. durch ein geeignetes Gespräch (Edukation, Entlastung, Zuversicht, Vertrauen), Klinische Hypnose, Imagination, Entspannung und hypnotherapeutische Interventionen.

Beispiele für chronische Schmerzprobleme sind, wenn sie dauerhaft bestehen oder sehr häufig vorkommen:

  • Degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule
  • Chronische Rückenschmerzen
  • Schwere zervikale Syndrome
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Fibromyalgie
  • Anhaltende Muskuloskelettale Schmerzen
  • Clusterschmerz
  • Gesichtsschmerzen
  • Migräne
  • Neuropathischer Schmerz, Neuralgien
  • CRPS 1, CRPS 2
  • Phantomschmerz
  • Somatoforme Schmerzstörungen
  • Z. T. auch Spannungskopfschmerz
  • Chronischer Schmerz bei inneren Erkrankungen, soweit nicht behandelbar
  • Gelenkschmerzen, Arthrosen
  • Schmerzen an Knie, Bein, Arm, Hand, Schulter, Nacken, Hüfte, Kopf
  • ...........

Im Bereich der Akutschmerzen und bei schweren körperlichen Erkrankungen können psychologische Untersuchungen und Interventionen vor allem helfen bei:

  • Operationsvorbereitungen und in der Nachsorge
  • Akutschmerzhaften Eingriffen; auch im perioperativen Bereich
  • Posttraumatischen Schmerzen
  • Schmerzhaften Eingriffen bei Untersuchungen
  • Vor allem bei Kindern mit Lumbalpunktionen u. a.
  • Sich bereits ankündigender Chronifizierung
  • Somatoformer Schmerzstörung und Verdacht auf eine solche
  • Besonders ängstlichen Patienten/innen
  • Schweren, auch lebensbedrohenden, Erkrankungen
  • Psychisch auffälligen Patienten/innen
  • Komplizierten und nicht endenden Heilungsverläufen
  • ................................

Insbesondere in der Behandlung von Kindern mit schweren Erkrankungen und auch bei der immer häufiger festgestellten Migräne im Kindesalter, können psycho-logische Behandlungen sinnvoll und wegweisend sein.

Ein psychologischer Schmerztherapeut behandelt sinvollerweise in Kooperation mit Medizinern und anderen Berufsgruppen (Physiotherapeuten); da das umfassende chronische Schmerzproblem dieses erforderlich macht.

Die Grundlage der Betrachtung, Analyse und Therapie bildet stets das Bio- Psycho- Soziale Krankheitsmodell. Die "Achtsamkeit" für sich selbst und gegenüber dem eigenen Körper unterstützt bereits die Genesung nach schwerer Erkrankung und hat einen guten Einfluss auf eine mögliche weitergehende hilfreiche Behandlung.

Nicht nur im Krankenhaus sind Zuversicht, Vertrauen in ich selbst und in die behandelnden Ärzte, Pfleger und weitere Therapeuten bereits eine Stütze zur Genesung. Möglichst frei von Angst, relativ entspannt, angemessen und sich rund um gut informiert fühlend, - so in eine Operation hinein zu gehen, verspricht bereits bessere Heilungschacen, stärkeres Ausbleiben von Komplikationen, weniger Narkosemittel, weniger Schmerzmittel und vor allem auch weniger Akut-Schmerz und eine deutlich geringere Rate an Chronfizierungen.

Das Bio-psycho-soziale Modell zeigt die wechselseitigen Beziehungen zwischen Krankheit, Behinderungen und ihre Folgen auf.
Gesundheit und Krankheit werden als Ergebnis eines Zusammenwirkens und wechselseitiger Beeinflussung körperlicher, psychischer und sozialer Faktoren gesehen. Der Begriff wurde Mitte der siebziger Jahre erstmals von dem amerikanischen Medizintheoretiker G. L. Engel geprägt. Die veraltete Sichtweise, die seit dem 17. Jhd. durch den Philosophen René Descartes, unser Denken beherrscht hat, ist nun wirklich up to date. Unsere Wissenschaft hat aufgezeigt, dass eine strikt getrennte Einteilung in den Körper, in eine Seele und in einen Geist nicht zutrifft. Körper und Seele sind als eine Einheit zu verstehen. "Psyche" und Körper sind demnach nur verschiedene Aspekte eines Ganzen. Unser Denken und unsere Wahrnehmung wirken unmittelbar auf den Körper ein. Es konnte mittels eines hochmodernen Gerätes, dem MEG (Magntenzephlographen), bei Phantomschmerz-Patienten ein (verändertes) kortikales Muster beobachtet werden, welches eine Umorganisation darstellt, in einer Weise wie die vollständigen Gliedmaße zuvor empfunden worden sind. Auch in Hypnose lassen sich mittels der neuen Neuroimagingmethoden (fMRT, PET, MEG) kortikale Strukturen aufzeigen, nämlich wie akute Schmerzreize beeinflussbar sind. Auch die Entdeckung der
"Spiegel-neurone" und die"Schmerzübertragung" zwischen zwei Menschen, beobachtet im prämotorischen Cortex, legen nahe, dass psychische Geschehnisse, weit über vegetative Reakionen (Herzschlag, Schwitzen, "Stress") unmittelbaren Einfluss auf den Körper und auch auf das Schmerzgeschehen haben können. Solche kortikalen Netzwerke stehen in Verbindung mit Denken, Wahrehmung, Vorstellung, dem gesprochenen Wort und der damit verbundenen Körperreaktion. Vielleicht sollten wir behutsamer mit uns selbst und unseren Mitmenschen umgehen ("Dein Worte tun mir weh", "du hast mich gekränkt", "wenn Blicke töten könnten" .....)?

Hier hat die Psychologie eine wichtige Aufgabe, im oft zu einseitig medizinisch ausgerichteten Gesundheitsbereichen, zu erfüllen. In der Schmerzbehandlung haben auch Alternative Heilmethoden, innerhalb und aussehalb des medizinischen Feldes, ihren Platz, wie z. B. Akupunktur, Homöopathie TCM, Ernährungsmedizin, oder auch manuelle Therapieverfahren (z. B. Craniosacrale Therapie, Osteopathie). Doch die alternativen Verfahren sollten sich, wie alle anderen auch, einer objektiven Überprüfung, auch in Bezug, auf die Schmerzbehandlung unterziehen.

Psychologische Schmerzbehandlung ist wissenschaftlich anerkannt und im gesetzlichen Krankenkassenwesen auch möglich durchzuführen. Im Rahmen einer bewilligten Verhaltenstherapie übernehmen auch die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Schmerzbehandlung beim psychotherapeutisch zugelassenen Psychologen.

Der "Psychologische Psychotherapeut" kann sich nach einem Curriculum der DGSS und der DGPSF in der Schmerztherapie weiterbilden. Ich führe psychologische Schmerzbehandlungen in meiner Praxis durch. Hypnotherapien (psychotherapeut-ische Hypnosetherapie) und Biofedbackbehandlungen sind Leistungen die von der Krankenkasse nicht übernommen werden.

Umfassende Informationen bietet z. B. die Homepage des Schmerzzentrums Bad Mergentheim: LINK

Materialien und Informationen erhalten Sie z. B. auch vom DRK-Schmerzzentrum Mainz.

Die Fachgesellschaften (DGSS, Deutsche Migräne und Kopfschmerzgesellschaft u. a.) beraten und informieren ausführlich, gut und verständlich (siehe unten unter "Fachgesellschaften").

Zur Psychologischen Schmerztherapie gibt es Informationen bei der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie und Forschung e. V.: DGPSF.

Zur Psychologischen Schmerztherapie, z. B.: Zwei Links zur Schmerzklinik Arkauwald

Link 1

Link 2

Fachgesellschaften:

Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes

Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie und Forschung e. V. DGPSF.

Deutsche Migräne und Kopfschmerzgesellschaft

Deutsche SCHMERZliga e.V.

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