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Psychologische- und medizinische
Schmerz als eigenständige Krankheit
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Problem: Postzosterische Neuralgie

DIESES IST EIN VERKÜRZTER ARTIKEL.

 

Wenn Sie tiefgreifendere oder mehr an Informationen wünchen klicken Sie hier "Schmerzbehandlung".

Akuter Schmerz ist ein natürliches Signal, das uns zumeist darauf hinweist, dass etwas mit uns nicht in Ordnung ist. Fast jeder Mensch kennt Schmerz, der uns antreibt nach Abhilfe zu suchen. Sehr wenige Menschen sind krankheitsbedingt nicht in der Lage Schmerzen zu empfinden; diese Menschen erkranken schnell, benötigen dringend stetige ärztliche Kontrolle und sterben oft recht früh. Schmerz empfinden wir als quälend und wollen ihn möglichst schnell wieder loswerden. Hier hilft die Medizin durch Behandlung der Grunderkrankung und durch den Schmerz beeinflussende Maßnahmen zumeist weiter.

Doch was ist, wenn der Schmerz nicht mehr aufhören will, oder immer wieder neu auftritt, einen regelrecht ins Schwitzen bringt? Der Schmerz wird zu einem fort-dauernden Stress der zu Hilflosigkeit beim Betroffenen und auch bei den be-handelnden Ärzten führt. Der Betroffene erlebt sich schließlich außerhalb der ihn sonst einbindenden Gesellschaft. Bald schmerzt vielleicht nur noch "Alles". Aus dem vom akuten Schmerz betroffenen ist jetzt ein Schmerzkranker geworden.

 Anhaltender Schmerz, der auch durch Behandlungen nicht grundlegend beseitigt werden kann, wird "chronischer Schmerz" genannt. Hier kann das Schmerz-problem, unabhängig von der Grunderkrankung, zu einer eigenständigen Schmerzerkrankung werden, die den gesamten Lebens- und Erlebnisbereich des Menschen umfasst. Als chronisch gilt ein Schmerz wenn er, trotz ausreichender Behandlung, mehr als sechs Monate lang fortbesteht und dann noch weiterhin als quälend erlebt wird. Darauf haben sich die Experten geeinigt.

 Häufige Schmerzen werden von etwa einem Drittel bis zur Hälfte der deutschen Bevölkerung angegeben. Starke Beeinträchtigungen erleben dabei wiederum ein Drittel der schmerzgeplagten Bevölkerung. Schließlich sind es, aufgrund der Einschätzungen von aktuellen wissenschaftlichen Studien, 7 -10 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen, welche unter einem moderaten bis starken chronischen Schmerz leiden,-  der sich dann auch auf den Alltags,- Freizeit,- und Arbeitsbereich auswirkt.

Schmerzen können aus unterschiedlichen körperlichen- und psychischen Gründen anhalten, selbst dann, wenn die ursprünglich zum Schmerz führende Erkrankung erfolgreich behandelt oder weitgehend bewältigt worden ist.

Chronische Schmerzen werden vom Hausarzt, Fachärzten (Internist, Orthopäde, Neurologe ...) und durch den, in der Schmerzbehandlung besonders geschulten, Arzt für spezielle Schmerztherapie und dem ebenso speziell ausgebildeten psycho-logischen Schmerzpsychotherapeuten behandelt. Unabdingbar gehören in ein solches "Behandlungsteam" auch noch die Krankengymnasten, Ergotherapeuten und noch weitere Berufsgruppen hinzu; im stationären Bereich sind das Krankenpflegepersonal und insbesondere speziell weitergebildete Kranken-pfleger/innen, wie die algesiologische Fachassistenz, zu nennen.

Der Stand der Wissenschaft fordert, dass bei allen anhaltenden Schmerzproblemen und bei Verdacht einer Chronifizierung, ein Psychologe (Psychotherapeut) in die Behandlung einbezogen werden soll, was auch immer öfter so geschieht. Denn Schmerz ist nicht körperlich oder psychisch, sondern immer beides.

Die psychologische Schmerztherapie beinhaltet umfassende diagnostische- und therapeutische Möglichkeiten, aus verschiedenen psychotherapeutischen Ansätzen. Das Bio-Psycho-Soziale Krankheitsmodell ist die Grundlage der Diagnostik und Therapie. Es entspricht dem aktuellen wissenschaftlichen Standard und erlaubt eine umfassende Betrachtung des am Schmerz leidenden Menschen. Das Schmerz-problem wird damit im gesamten Lebenszusammenhang gesehen.

 Die Psychologie teilt das Schmerzerleben in zwei Hauptkomponenten ein:

  • Affektive Komponente (Gefühle und Schmerzangst)
  • Sensorische Komponente (Empfindung und Rhythmik)

Hinzu kommt das Verhalten des Schmerzbetroffenen. Auslösende Bedingungen und das Schmerzverhalten, auch als Reaktion auf den wahrgenommenen Schmerz selbst, unterliegen vielfältigen Einflüssen. Diese werden in einer psychologischen Therapie analysiert und zumeist nach verhaltenstherapeutischen Gesichtspunkten behandelt.

Eine sorgfältige Diagnostik durch einen Psychologen ist notwendig.

An Behandlungsmethoden kommen in der Hauptache kognitiv-verhaltensthera-peutische, Entspannungs- und Imaginationsverfahren zur Anwendung. Auch Hypnose und Biofeedback sind hilfreich.

Die Psychologische Schmerzpsychotherapie hat ihren Stellenwert in der Hauptsache beim chronischen Schmerzproblem.

Doch auch im Bereich der Akutschmerzen und bei schweren körperlichen Erkrankungen können psychologische Untersuchungen und Interventionen hilfreich sein.

Wie z. B. beim akut auftretenen Schmerz, bei einem Unfall und bei absehbaren zu "erwartenden" Schmerzen (z. B. in der Zahnbehandlung, bei medizinischen Eingriffen oder in der Heilungsphase einer Erkrankung), oder dort, wo selbst starke Medikamente versagen, da können schmerzpsychologische Interventionen hilfreich sein. Z. B. durch ein geeignetes Gespräch (Edukation, Entlastung, Zuversicht, Vertrauen),durch die Klinische Hypnose, Imagination, Entspannung und durch hypnotherapeutische Interventionen.

Insbesondere in der Behandlung von Kindern mit schweren Erkrankungen und auch bei der immer häufiger festgestellten Migräne im Kindesalter, können psycho-logische Behandlungen nutzbringend und wegweisend sein.

Ein psychologischer Schmerztherapeut behandelt sinvollerweise in Kooperation mit Medizinern und anderen Berufsgruppen (Physiotherapeuten); da das umfassende chronische Schmerzproblem dieses erforderlich macht.

Das Bio-psycho-soziale Modell zeigt die wechselseitigen Beziehungen zwischen Krankheit, Behinderungen und ihre Folgen auf.
Gesundheit und Krankheit werden als Ergebnis eines Zusammenwirkens und wechselseitiger Beeinflussung körperlicher, psychischer und sozialer Faktoren gesehen. Der Begriff wurde Mitte der siebziger Jahre erstmals von dem amerikanischen Medizintheoretiker G. L. Engel geprägt. Die veraltete Sichtweise, die seit dem 17. Jhd. durch den Philosophen René Descartes, unser Denken beherrscht hat, ist nun wirklich up to date. Unsere Wissenschaft hat aufgezeigt, dass eine strikt getrennte Einteilung in den Körper, in eine Seele und in einen Geist nicht zutrifft. Körper und Seele sind als eine Einheit zu verstehen. "Psyche" und Körper sind demnach nur verschiedene Aspekte eines Ganzen.

Somit hat die Psychologie eine wichtige Aufgabe, im oft zu einseitig körpermedizinisch ausgerichteten Gesundheitsbereichen, zu erfüllen. In der Schmerzbehandlung haben auch Alternative Heilmethoden, innerhalb und aussehalb des medizinischen Feldes, ihren Platz, wie z. B. Akupunktur, Homöopathie TCM, Ernährungsmedizin, oder auch manuelle Therapieverfahren (z. B. Craniosacrale Therapie, Osteopathie). Doch die alternativen Verfahren sollten sich, wie alle anderen auch, einer objektiven Überprüfung, auch in Bezug, auf die Schmerz-behandlung unterziehen.

Psychologische Schmerzbehandlung ist wissenschaftlich anerkannt und im gesetzlichen Krankenkassenwesen auch möglich durchzuführen. Im Rahmen einer bewilligten Verhaltenstherapie übernehmen auch die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Schmerzbehandlung beim psychotherapeutisch zugelassenen Psychologen.

Der "Psychologische Psychotherapeut" kann sich nach einem Curriculum der DGSS und der DGPSF in der Schmerztherapie weiterbilden. Ich führe psychologische Schmerzbehandlungen in meiner Praxis durch. Hypnotherapien (psychotherapeut-ische Hypnosetherapie) und Biofedbackbehandlungen sind Leistungen die von der Krankenkasse nicht übernommen werden.

Umfassende Informationen bietet z. B. die Homepage des Schmerzzentrums Bad Mergentheim: LINK

Materialien und Informationen erhalten Sie z. B. auch vom DRK-Schmerzzentrum Mainz.

Die Fachgesellschaften (DGSS, Deutsche Migräne und Kopfschmerzgesellschaft u. a.) beraten und informieren ausführlich, gut und verständlich (siehe unten unter "Fachgesellschaften").

Zur Psychologischen Schmerztherapie gibt es Informationen bei der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie und Forschung e. V.:  DGPSF.

Zur Psychologischen Schmerztherapie, z. B.: Zwei Links zur Schmerzklinik Arkauwald

Link 1

Link 2

Fachgesellschaften:

Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes

Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie und Forschung e. V. DGPSF.

Deutsche Migräne und Kopfschmerzgesellschaft

Deutsche SCHMERZliga e.V.

Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie

Spezielle Themen:

Gesichtsschmerz und Zähneknirschen

 

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